Die Umweltaspekte des Kachelofens

Holz wächst vor unserer Tür und ist ungefährlich und wenig aufwändig zu transportieren. Es belastet keine Handelbilanz. Es explodiert oder verdunstet nicht und läßt sich ungefährlich lagern. Es hinterläßt keine Abfälle und verschmutzt weder Wasser noch Boden. Holz verbrennt CO2-neutral. Da es anders als fossile Brennstoffe keine Schwermetalle und nur 0,01 Prozent Schwefel enthält, ensteht bei der Verbrennung kaum Schwefeldioxyd. Bei der Verwendung von reinem, unbelassenem Holz liegt der Ascheanfall bei weniger als einem Prozent der Trockenmasse; die Asche enthält wertvolle Mineralstoffe und kann als Dünger verwendet werden.

Fossile Energieträger dagegen, Erdöl und -gas stammen größtenteils aus den Krisengebieten unserer Erde. Ihre Gewinnung und Transport sind mit hohen Umweltrisiken verbunden und benötigen energieaufwändige Technologien zu ihrer Verarbeitung. Ihr Verbrauch läßt den CO2-Gehalt unserer Atmosphäre steigen (Treib-hauseffekt) und bedroht so langfristig unser aller Existenz.

Holz ist in unseren Breiten praktisch unerschöpflich, ein nachwachsender Brennstoff, eine Energiequelle, die auch in Krisenzeiten fließt, gespeicherte Sonnenenergie. Die Nutzung des Restholzes aus dem Wald hilft, fossile Energien einzusparen. Außerdem ist Brennholz ein Nebenprodukt der Waldbewirtschaftung, das bei der Waldpflege anfällt.

Meine Meinung:

Warum betreiben wir eine industrialisierte Landwirschaft, bei der der Boden überdüngt wird und versalzt und bis zur Unfruchtbarkeit verdichtet wird durch den Einsatz der schweren Ackergeräte? Warum sind wir bereit, die so gewonnenen Feldfrüchte wiederum aus markstabilisierenden Gründen zu vernichten oder sie subventioniert auf den Weltmarkt zu liefern und so die Produzenten andere Länder zu schädigen? Und dieser naturvernichtende Wahnsinn verbraucht darüberhinaus unglaubliche Geldsummen!

Warum kultivieren wir nicht lieber Wälder? Wald ist eine grüne Lunge, bindet CO2 und Schadstoffe, speichert Feuchtigkeit, gibt den Tieren Lebens- und uns Menschen Erholungsraum.

Und hier nun für die, welche es methodisch lieben, eine Vergleichliste der Kohlenstoffemission bei der Heizung mit Holz und mit Heizöl (1 t Holz bzw. 229 kg Heizöl):

Brennstoff Holz Heizöl
Brennstoffmenge 1.000 kg 229 kg
Heizwert 4 kWh/kg 10 kWh/l
Wirkungsgrad 80 - 88 % 85 %
Aufbereitung Holzernte, Transport Förderung, Transport
Energieaufwand bei der Aufbereitung 0,095 kWh/kg 3,12 kWh/kg
Netto - C - Freisetzung 0 kg aus Holz
18,1 kg aus Aufbereitung
213,6 kg aus Heizöl
65,6 kg aus Aufbereitung
Gesamte Kohlenstoffemission 18,1 kg 279,2 kg
CO2-Gesamtemission 66,4 kg 1.023 kg

Die gesundheitlichen Aspekte des Kachelofens

Jedes Heizsystem produziert sowohl Strahlungs- als auch Konvektionswärme. Man spricht in dem Zusammenhang von "sauberer" Strahlungs- und "schmutziger" Konvektionswärme. Die üblichen Rippen- oder Plattenheizkörper produzieren zu etwa 80% vor allem Konvektionswärme - sie erhitzen somit lediglich die vorüberströmende Raumluft. Die große Fläche eines massiven Grundofens oder Hypokaustenofens hingegen erzeugt vor allem "saubere" Strahlungswärme, vergleichbar der langwelligen Wärmestrahlung der Sonne, die uns dann vor allem im Winter fehlen.

Die Form der Wärmeverteilung (Strahlung oder Konvektion) hat wesentlichen Anteil an der Qualität des Raumklimas. Die Art der Wärmeerzeugung und ihr Einfluss auf Luftfeuchte, Staubentwicklung und Bakterienwachstum ist ein wichtiger gesundheitlicher Faktor im Gebäude. Konvektionsheizungen verursachen eine ständige Luftbewegung im Raum und führen zu Zugerscheinungen. Sie wirbeln Staub auf, verteilen damit viele Schadstoffe und belasten die Atemwege. Deshalb "schmutzige" Wärme.

Ein ständiges Defizit an Strahlungswärme reduziert unsere Energie und hemmt die Körperfunktionen. Der organische Verbrennungsprozess im Organismus benötigt für das vollständige Aufspalten der Nahrungsstoffe ein bestimmtes Maß an Energie. Bei einem Mangel an Strahlungswärme entstehen statt normaler Stoffwechsel-Abfallprodukte Zellgifte, die sich im Gewebe ablagern und den Körper belasten können. Die wohltuenden Ent-schlackungskuren in Sauna oder Schwitzbad beispielsweise sind nichts anderes als eine Form von Kur mittels Strahlungswärme.

Konvektion erwärmt den Körper nur oberflächlich, die Wärme-strahlen eines Kachelgrundofens besitzen je nach Wellenlänge auch Tiefenwirkung. Sie erreichen einen Großteil der Blutbahnen. Das erwärmte Blut trägt schneller zur Aufrechterhaltung der Körperwärme bei.

Ebenso erwärmt die Strahlung eines Kachelofens gleichmäßig alle Umgebungsflächen. Das ist wichtig, denn je nach Temperatur der uns umgebenden Flächen muss der Körper eine mehr oder weniger stark energiezehrende Thermoregelung selbst durchführen. Der menschliche Organismus produziert also ständig Wärmeenergie, die er bis zu einem gewissen Grad an seine Umgebung abgibt. Heizungen sollten eine zu starke und unphysiologische "Entwärmung" verhindern. Ein gesundes Wärmesystem sollte daher wenig Konvektion mit geringer Luft/Staubzirkulation mit viel Strahlungswärme bei relativ kühler Atemluft (etwa 18 Grad Celsius) verbinden.

Zu den Heizsystemen mit einem hohen Anteil an Konvektion gehören neben der üblichen Heizkörperheizung auch Kachelöfen mit Luftheizungseinsatz sowie der gusseiserne Kaminofen. Diesem fehlt die Masse, ein ganzes Zimmer per Strahlung aufzuheizen, und die für Eisen charakteristische relativ hohe Oberflächentemperatur erzeugt vor allem Luftbewegungen.

Die natürlichen Tone und Lehme hingegen sind auf Grund ihres Wärmespeicherungs- und Abstrahlungsvermögens prädestiniert für den Ofenbau. Sie sind auf der Erde nahezu unbegrenzt vorhanden und enthalten keine Schadstoffe. Lehm bindet sogar Giftstoffe.

Ein weiterer Vorzug des Kachelofens ist die Verbrennungsventilation. Den relativ hohen Luftbedarf für den Verbrennungsvorgang deckt der Kachelofen aus der Raumluft. So entsteht ein Unterdruck, und dieser saugt Frischluft durch Fenster- und Türritzen. Es erneuert sich die Raumluft vier- bis fünfmal pro Tag, während gleichzeitig die unangenehmen Luftanteile wie Staub, Tabakqualm, Mikroorganismen und überhöhte Kohlendioxydanteile mit der Verbrennungsluft durch den Schornstein entschwinden. Dank dieses Luftaustausches reguliert sich die Luftfeuchtigkeit von selbst.